Allahs unwillige Töchter

May 24, 2005

Zum neuen Buch von Ayaan Hirsi Ali:

Allahs unwillige Töchter
Und wie mit ihnen umgegangen wird

von Thea Dorn

(…)

Aber es sind vielleicht gar nicht die Ermunterungen zum weiblichen Ungehorsam, die das muslimische Blut am stärksten in Wallung bringen: Viel härter trifft, daß Hirsi Ali mit lange gehegten Grundannahmen aufräumt. Etwa der, daß der Islam als solcher eine friedliche Religion sei und nur von einigen fehlgeleiteten Fundamentalisten mißbraucht würde. Hirsi Ali hält den gesamten Islam in seiner heute real existierenden Form für unaufgeklärt, reaktionär, gekennzeichnet durch mangelnde Bereitschaft zur Selbstreflexion. Und sie bezweifelt, daß es hilfreich ist, das hohe Aggressionspotential bei jungen Männern in muslimischen Vierteln nur damit zu erklären, daß die Mehrheitsgesellschaft ihnen keine Chance gegeben habe, sich zu integrieren.

Hirsi Ali macht drei tief im muslimischen Bewußtsein verwurzelte Mentalitätsmerkmale verantwortlich für den mangelnden sozio-ökonomischen Erfolg der Mehrheit der Muslime in westlichen Ländern: das streng autoritär-hierarchische Denken, die mangelnde Ausbildung eines individuellen Selbstbewußtseins und Verantwortungsgefühls und die Weigerung, Frauen als gleichberechtigte Menschen zu akzeptieren. Die Ungleichheit der Geschlechter im Islam ist Hirsi Alis Kernthema. Was es heißt, in einem muslimischen Land ein Mädchen zu sein, hat sie früh gelernt: Wenn ihre Oma, die neun Töchter und einen Sohn hatte, gefragt wurde, wie viele Kinder sie habe, antwortete sie: “Eins.” Außerdem hatte diese Oma einen Ziegenbock. Wenn abends die Nachbarn ihre Ziegen nach Hause trieben, kamen sie auch am Haus der Oma vorbei. Sobald der Bock die Ziegen witterte, rannte er los, um die erstbeste zu bespringen. Auf die Frage der Kinder: “Warum bindest du den Bock nicht fest, tut er den Ziegen nicht weh?” antwortete die Oma: “Wenn die Nachbarn etwas dagegen haben, daß mein Bock ihre Ziegen bespringt, sollen sie sie eben auf einem anderen Weg nach Hause führen.” Hirsi Ali erzählt diese Geschichte, um fortzufahren: “Im Islam wird der Mann als Ziegenbock beschrieben. Wenn er eine unverhüllte Frau sieht, bespringt er sie sofort.” — Und die Frau ist dann selbst schuld, sie hätte sich ja auch verhüllen können.

Daß solche Bemerkungen Hirsi Ali zu einer der bestgehaßten Frauen in der muslimischen Welt gemacht haben, ist nicht weiter verwunderlich — und beweist, wie recht sie mit ihrer Einschätzung des Islam hat. Verwunderlich nur, daß sich die “guten”, “aufgeklärten” Westeuropäer so schwer damit tun, dieser Frau den Rücken zu stärken.

Der häufigste Kommentar, wenn der Name Hirsi Ali fällt, lautet: “umstritten”. Beharrlich wird daran festgehalten, daß sie nach ihrem Austritt aus der niederländischen sozialdemokratischen Arbeiterpartei jetzt Abgeordnete der “rechts-” oder “konservativ-” liberalen VVD sei. Neben all dem Entsetzen über die Ermordung Theo van Goghs war man sofort bereit, einzuräumen, daß die beiden mit ihrem Film die religiösen Gefühle von Muslimen verletzt hätten. Am wenigstens überrascht von all diesen Reaktionen dürfte Ayaan Hirsi Ali selbst sein. “Westeuropäer und Muslime haben einen Teufelspakt geschlossen”, schreibt sie. Und: “Die wenigen aufgeklärten Muslime werden von den westlichen Kulturrelativisten behindert.” Da sie aber ihren Kampf für Menschenrechte, Aufklärung und Emanzipation ernst meint, kann sie es nicht bei einem Achselzucken belassen. “Laßt uns nicht im Stich — Gönnt uns einen Voltaire!” — so lautet die eindringliche Forderung in einem ihrer Essaytitel.

Darum noch einmal die Frage an uns, die “guten” Westeuropäer: Warum lassen wir Frauen wie Hirsi Ali im Stich? Warum gönnen wir den Muslimas und Muslimen keinen Voltaire — den sie mit Hirsi Ali möglicherweise bereits haben?

Da ist zum einen ihr Atheismus, der Hirsi Ali nicht nur bei denen verdächtig macht, die in Zeiten grassierender Papst-Hysterien gerade ihren zweiten katholisch-fundamentalistischen Frühling erleben, sondern auch bei den “gemäßigteren” Religiösen. Dann hat sie den Nachteil, eine Frau zu sein. Das macht sie uninteressant für jene, die den Kampf für Gleichberechtigung schon immer für “Gedöns” hielten und weiter glauben wollen, daß man Frauenversklaver Frauenversklaver sein lassen und sie dennoch zu “guten Demokraten” erziehen könnte.

(…)

Liebe Geschlechtsgenossinnen, begrabt die gute alte Regel, daß jeder, der laut nach Freiheit und Menschenrechten ruft, in Wahrheit nur Interessen des mächtigen weißen Mannes vertreten will. Noch schlimmer: Daß jede Frau, die klar ihre Stimme erhebt, irgendwie verdächtig ist. Denn Klar-die-Stimme-Erheben, das machen doch bloß Männer. Offensichtlich halten sich nicht nur fromme Muslimas lieber bedeckt.

Im aktuellen “Spiegel” haben dieselben Redakteurinnen, die im vergangenen Herbst die Titelgeschichte “Allahs rechtlose Töchter” heraus brachten und damit zum ersten Mal eine breite Aufmerksamkeit für die Situation muslimischer Frauen in Deutschland schufen, nichts Besseres zu tun, als Hirsi Ali im Interview mit Bemerkungen zu belästigen wie: “Ihr Tschador besteht aus Bodyguards. War es das wert?” oder: “Nun klingen Sie selbst wie eine Märtyrerin. Die Terroristen vom 11. September waren auch bereit, für ihre Ideen zu sterben.”

Mädels, was soll das? Daß die Multi-Kulti-Funkenmariechen der Grünen und anderer Organe des Fortschritts für Hirsi Ali nicht Stellung beziehen, damit wird man bzw. frau leben müssen. Aber daß Frauen, die sonst einen klaren moralischen Kompaß besitzen, ausgerechnet bei dieser mutigen Kämpferin unter Beweis stellen müssen, wie ganz toll kritisch sie sein können, ist lächerlich, ärgerlich und, wenn es darum geht, wie das Projekt “Aufklärung des Islam von innen heraus” weitergehen soll, fatal.

(…)

Der vollständige Artikel findet sich in der Welt vom 21. Mai 2005.

Ayaan Hirsi Ali: Ich klage an. Plädoyer für die Befreiung der muslimischen Frauen.

Zeitvertreib #2

May 16, 2005

Ein paar weitere Escape-the-Room-Games:

The Pink Room
The Doors
Ray Room
Escape: The Room

Und da ich auf Dauer mit diesem neumodischen Schnickschnack nicht glücklich werde, hole ich mir am nächsten Wochenende meinen guten alten C64, der ja hoffentlich noch im Keller meiner Eltern zu finden sein wird, nach Berlin. Und dann spiele ich endlich mal wieder Giana Sisters. Geil! :-D

Passende Musik dazu gibt es ja (mittlerweile?) auch: Komm tanz mit mir, Giana. Yeah, Baby!

Turn- und Kulturkarnevalisten

May 15, 2005

Zwei gar schreckliche Dinge an einem Wochenende in Berlin:

1. Turner, die in Massen auf Straßen, in U- und S-Bahnen auf sich aufmerksam machen, die teils aussehen, als hätten sie vor 20 Jahren das letzte mal mehr als nur vor dem Fernseher rumgeturnt, die als uniformierte Mini-Mobs mit Fähnchen, Wimpeln, Transpis und VIP-Anhänger bewaffnet durch noch das entlegenste Viertel Berlins ziehen (was zum Teufel machen die denn im südlichsten Neukölln?)

2. Die Völkerfreunde. (jeder weitere Kommentar überflüssig)

Na ein Drittes gibt es auch noch: alle zusammen machen Volksfest am, im und auf dem Holocaust-Mahnmal (an welchem gar originelle Schilder angebracht sind, die u.a. das Sonnenbaden auf den Stelen, das Grillen (mittendrin oder darauf, kann sich wohl jeder selbst aussuchen) und das Springen auf den Stelen untersagen). Während Gruppe 1 sich hierbei eher an letzterem probiert, flaniert Gruppe 2 stolz Palituchtragend duch die aufgearbeitete Geschichte.

Ich brauch’ Urlaub, dringend … Ich kann mich in Deutschland einfach nicht erholen.

Listen to Bessere Zeiten

May 12, 2005

Justus Wertmüller (Redaktion BAHAMAS), Joel Naber (queer.for.israel) und ein Antifaschist aus dem Nordosten in einem Interview im Deutschlandradio.

Lang lebe Israel!

David Ben-Gurion

Lang lebe Israel!

Israel

Remember this. Do not ever forget this.

May 9, 2005

Address by PM Sharon at “The March of the Living” in Birkenau, Poland:

We are gathered here today, 20,000 people, members of different religions and nations, leaders and citizens, at the “March of the Living”, an impressive and inspiring demonstration of solidarity and remembrance.

I arrived here today from Jerusalem, the capital of the State of Israel — the only place in the world where Jews have the right and capability to defend themselves by themselves.

With me from Israel are Holocaust survivors. Men and women who survived persecution, torture, mental and physical degradation; true heroes who experienced the death marches, the deportations and searches, who survived ghettos, Auschwitz, Buchenwald, Bergen-Belsen, valleys of death, and concentration and death camps whose monstrous names are carved in blood in the history of our people. Men and women — who found the strength to immigrate to Israel, fight for its revival, establish their homes there and educate children, grandchildren and great grandchildren there.

I asked them to include with them in the delegation their grandchildren who are serving in the Israel Defense Forces. And so Holocaust survivors stand here among us today — again, on this cursed land, surrounded by people in uniform. But this time, these are not German SS soldiers lusting to murder, but the grandchildren of the survivors — soldiers in the Israel Defense Forces — the army of the free and sovereign Jewish State.

I turn today to these grandchildren — and their friends — Jewish youngsters from Israel and the Diaspora.
You are standing here with your heads bowed, but standing in pride. Many of you, probably with eyes filled with tears. Do not stop those tears. Let them flow, and remember them. Remember the pain and rage which prompted them. Take this with you, to your homes, and tell it to your friends, neighbors, acquaintances and strangers.

You had the privilege of being born into a reality in which the Jewish people have a state. It will be incumbent on you to tell of the Holocaust when there is no longer anyone to provide first-hand testimony. You — the link between the generation of the Holocaust and Revival and future generations — have the duty to bequeath the lesson, memories and stories, to underscore the importance of the existence of the Jewish State.

Always remember the victims — and never forget the murderers. Do not forget how millions of Jews were marched to their deaths while the world stood silent; how thousands of Jews floundered in stormy waters searching in vain for sanctuary while the world stood silent; how the borders were closed and how the Jews were herded again behind barbed-wire fences — into detention camps in Cyprus; how so many perished because they could not reach their homeland, and fell victim to the policy of the White Paper, a policy of capitulation to Arab pressure of that time.
I am certain that all my colleagues — world leaders — remember how the world stood by in silence. Do not let them forget — remember the silence of the world.

And remember one more thing — remember who you are: free Jewish youngsters, members of a nation which is spread throughout all continents — and I hope a day will come when we will all be living in the Jewish State, in Israel. Indeed, today our people are scattered throughout all continents and in countless countries, but their hearts are in one place: the country which is its own — the State of Israel, the Jewish State.

The flag of this state — the blue and white flag which you now hold in your hands, fluttering strongly and proudly in the breeze — this is the flag which was so poignantly missing 60 years ago.

Remember this. Do not ever forget this.

Merci, Spasibo, Thank You!

May 8, 2005

Some Splendid News

USAUdSSR
FrankreichVereinigtes Königreich

Merci, Spasibo, Thank You!

Do it again!

Deutsche Niederlage, nicht Befreiung

May 7, 2005

Neuer antideutscher Schweinekram! Smartline sagt:
Deutsche Niederlage, nicht Befreiung!

Zum 60. Jahrestag der bedingungslosen Kapitulation Deutschlands ist es in der radikalen Linken en vogue den befreienden Charakter des alliierten Sieges zu unterstreichen. Doch was sagten die Befreier selbst vom Zwecke ihres Kampfes? Mitunter das Gegenteil: “Deutschland wird nicht besetzt zum Zwecke der Befreiung, sondern als besiegte Feindnation.” (US Presidential Directive JCS 1067, April 1945)

Disclaimer:
Selbstverständlich ist es für alle, die der Emanzipation des Individuums gewogen sind, notwendig die Geschichte aus der Perspektive der Opfer des Nationalsozialismus, also den 8. Mai 1945 als Befreiung, zu betrachten. Etwas anderes wird das Smartline-Fanzine nie behaupten. Doch darf die überschwängliche Rede von der Befreiung nicht in die allzu bequeme Identifikation der Nation der besiegten Täter mit der Befreiung der Opfer münden. Eben dies tut sie im geschichtspolitischen Diskurs der Berliner Republik jedoch fast notwendig.

Deutschland im Siegestaumel!
Das Dilemma der antifaschistischen Linken bleibt: Sie sagt das, was richtig war, nur eben mit erheblicher Verspätung. Weil Wahrheit aber einen Zeitkern hat, ist es doch wieder das Falsche, nämlich das Affirmative, ist es kaum mehr die radikalisierte Staatsdoktrin. Der unangenehme Beigeschmack der neuen linken Feierlaune ergibt sich dementsprechend auch weniger daraus, dass diese historisch rückblickend unangebracht wäre, als daraus, dass sie den aktuellen gesellschaftlichen Kontext verfehlt. Sie gibt sich als rebellische Opposition gegen eine deutsche Mehrheitsgesellschaft, die das Ende des zweiten Weltkrieges als deutsche Niederlage versteht, nur gibt es diese so einfach nicht mehr: Nach einer aktuellen Umfrage sehen heute rund 80 % der Bundesbürger im 8. Mai 1945 einen Tag der Befreiung nur 9% einen Tag der Niederlage. Doch wer aus dieser Umfrage folgert, dass jetzt alles super ist, die Antifa den erinnerungspolitischen Kampf klipp und klar gewonnen und somit einen weiteren Grund zum Feiern hat, ist nicht nur naiv, sondern hat vor allem kein Verständnis von der Geschichtspolitik der Berliner Republik. Um deren Unwesen zu verstehen, lohnt es sich, kurz die Erinnerungspolitischen Kontroversen der letzten 25 Jahre Revue passieren zu lassen.

Einstmals über die Vergangenheit zerstritten …
In den 80er Jahren — in einer Zeit also, in der die radikale Linke noch dem finstersten Antiimperialismus frönte — kam es zur ersten großen geschichtspolitischen Debatte Deutschlands, in der konservative Historiker versuchten, Deutschland von der Schuld der Vergangenheit zu reinigen, indem sie den deutschen Massenmord als eine im Grunde eher „asiatische Tat“ (Ernst Nolte), den Nationalsozialismus als kollektive Notwehr gegen den Bolschewismus verklärten. Nicht ging es darum das dritte Reich als nichtdeutsch, sondern als historisch legitim zu etikettieren. Dementsprechend vertrat der konservative Historikerstreiter Andreas Hillgruber die These, der 8. Mai sei in erster Linie nicht als Befreiung der Opfer sondern, insbesondere angesichts der Folgen für die aus den „Ostgebieten“ Vertriebenen, als bedauerliche Niederlage der Deutschen zu verstehen. Gegen solch deutschnationalen Unfug zogen liberale Linke, allen voran Jürgen Habermas ins diskursive Feld. Anstatt jedoch das zu tun, was vernünftig gewesen wäre, nämlich Deutschland jegliche Existenzberechtigung abzusprechen oder wenigstens zu erklären, dass Deutschland der Stachel seiner Vergangenheit so tief im Fleisch stecken sollte, dass es gelähmt ist, taten sie, was linke Intellektuelle tun: Sie machten sich vor allem Gedanken um die nationale Identität der Deutschen. Diese könne, so die linksliberale Lehre aus der Geschichte, legitim nur noch aus einem durchaus antifaschistisch verstandenen Verfassungspatriotismus erwachsen.

… ist es sich nun über die Zukunft einig!
Egal wer den Historikerstreit nun gewonnen hätte, klar war für beide Parteien, dass das Deutschland von heute im Grunde nichts mit den Verbrechen von einst zu tun hatte. Spätestens seitdem die Kohlregierung abgelöst wurde, ist klar, dass die Linksliberalen den Historikerstreit gewonnen haben. So verdrängt die Berliner Republik die nationalsozialistische Vergangenheit ebenso wenig, wie sie sie verherrlicht. Stattdessen hat sie sich die Habemasche Geschichtsschreibung zur Staatsdoktrin erkoren und schreit nun in alle Welt hinaus: „Wir Deutschen haben das alles hinter uns und unsere Lektion, die da Verfassungspatriotismus heißt, gelernt! Nun lernt von uns, genest an unserem neuen Wesen!“ Die Berliner Republik will nicht trotz, sondern wegen Auschwitz einem gesunden nationalen Selbstbewusstsein frönen und mit eben dieser Legitimation führte es seinen Krieg gegen Jugoslawien und moralisierte gegen den befreienden Irakkrieg der USA.

Die gut sichtbaren Leichen im Keller …
Tief im Unbewussten des deutschen Volksgeistes west jedoch dass Wissen darüber, dass die Deutschen ihren Volkswohlstand nur der im Nationalsozialismus zusammengeschweißten Volksgemeinschaft, ihr Wirtschaftswunder nur der Massenvernichtung zu verdanken haben. Weil diese Ahnung existiert, redet man in Deutschland so gern wie nirgends sonst von sich selbst und davon, wie normal doch alles hier ist, auch wenn es augenscheinlich nicht der Fall ist.

… treiben es zum Aufbruch zu neuen, alten Taten
Denn obwohl sich nicht leugnen lässt, dass in den letzten 60 Jahren hierzulande ein gewisser, wenn auch von außen aufgezwungener, Zivilisationsprozess in Gang gekommen ist, kettet nicht zuletzt dieses Wissen die Deutschen immer wieder an das alte Denken und die erstaunlich wandlungsfähige deutsche Ideologie. So ist es kein Zufall, dass sich Deutschland, soweit es die von der oberflächlichen Zivilität bestimmten Grenzen erlauben, immer wieder auf die Seite der Barbarei stellt. Dies war der Fall, als es sich als friedensbewegte Nation zu den Verbündteten des Baath-Regimes machte und dies setzt sich fort, wenn es mit seinem „kritischen Dialog“ zum sichersten Partner der iranischen Ayatollahs auf ihrem Weg zur islamistischen Atommacht avanciert. Ähnliches lässt sich erahnen, wenn eben dieses rot-grüne Deutschland sich für Rüstungsexporte gen China stark macht, Israel aber ein paar gepanzerte Fahrzeuge verwehren möchte. Diese alte deutsche Zivilisationsfeindschaft dürfte es auch sein, die deutsche Sozialdemokraten zur Jagd auf blutsaugende Heuschrecken blasen lässt.

Agenda:
Kräfte, die in Deutschland subversiv sein möchten, sollten darauf bedacht sein, gegen das real existierende Deutschland und nicht gegen ein erdachtes zu wettern. Sonst laufen sie Gefahr nur zum Sprachrohr der Staatsdoktrin zu werden, wie es sich seit dem Aufstand der Anständigen wiederholt beobachten lässt und wie es der Fall ist, wenn sich linksradikale Befreiungsfeiren von regierungsoffiziellen mehr durch den radikaleren Tonfall als durch Inhalte unterscheiden. Freilich sind neonazistische Umtriebe als solche zu brandmarken und zu bekämpfen und es kann nicht oft genug deutlich gemacht werden, dass diese Umtriebe ihren Ursprung in den Ressentiments der Mitte der Gesellschaft haben. Doch ist zu bedenken, dass diese gesellschaftliche Mitte der Berliner Republik sich sowohl aktuellen Neonazismus als auch die Geschichtspolitik betreffend als antifaschistisch versteht. Es gilt also einerseits die Döppelbödigkeit des öffentlichen Antifaschismus zu kritisieren. Andererseits, und dies ist heute wesentlich entscheidender, gilt es, immer dann zu intervenieren, wenn dieses Deutschland sich in trauter Einigkeit auf die Seite der Barbarei stellt. Denn dies ist der Ernstfall. Doch gerade hier ist in aller Regel ein Versagen der antifaschistischen Linken zu konstatieren. Für den 60. Jahrestag der deutschen Kapitulation heißt dies Folgendes: Wer den 8. Mai nicht als Tag der Befreiung feiert, hat in der Tat schon verloren. Jedoch muss deutlich bleiben, dass er, anders als in der DDR, nicht der „Tag der Befreiung des deutschen Volkes vom Hitlerfaschismus.“, sondern der Tag der Befreiung der Welt von der Staat gewordenen deutschen Barbarei ist. Oberstes Gebot der Feierstunde ist es, bei aller Freude nicht in das gefällige klingende Horn derer, die „das Ende der Gewaltherrschaft der Nazis über Deutschland“ feiern, zu stoßen, sondern das deutsche Konzert mit hässlichen Dissonanzen zu stören. Dies heißt etwa darauf zu verweisen, dass sich die Deutschen bis zuletzt gegen die Befreiung ihrer Opfer wehrten und dass die Deutschen am 8. Mai 1945 nicht befreit sondern besiegt wurden. Die Parole sollte somit zumindest ergänzend lauten: Besatzung feiern! Die deutsche Niederlage feiern!

ceterum censemus germaniam delendam esse!

Trotzdem schönes Feiern wünscht Euer Smartline-Fanzine.
Smartline im Mai 2005

Jack Jr.

May 6, 2005

Endlich habe auch ich meinen eigenen Hamster:

my pet!

Und wenn er dann vom Leben als Laufradhamster genug hat — er also völlig durchgedeht ist —, kommt er in die Psychiatrie für misshandelte Kuscheltiere.

Jom haShoah

May 5, 2005

haGalil zum Holocaust-Gedenktag Jom haShoah:

“Schweigen, Weinen, Schweigen, Schreien, Weinen …” (Radioübertragung)

Sonderseiten auf Yad Vashem:

Holocaust Martyrs’ and Heroes’ Remembrance Day

Jom haShoah

Galgen statt Stelen

May 4, 2005

Hannes Stein zum Holocaust-Mahnmal

via: partisan

Die Stimme der Vernunft

May 3, 2005

Nur schade, daß die Vernunft wohl auch dieses mal nicht über das Ressentiment obsiegen wird:

(…) Der Münchner Historiker Michael Wolffsohn hat die Kapitalismuskritik des SPD-Vorsitzenden Franz Müntefering mit der antijüdischen Hetze der Nazis verglichen. Wolffsohn warf dem SPD-Chef vor, Unternehmer mit Tieren gleichzusetzen. Bei Müntefering schwinge mit, daß diese “als Plage vernichtet, ausgerottet werden müssen”, sagte Professor an der Münchner Bundeswehrhochschule der “Rheinischen Post”: “Heute nennt man diese ‘Plage’ ‘Heuschrecken’, damals ‘Ratten’ oder ‘Judenschweine’.” Wolffsohn erläuterte in der Zeitung, daß mindestens zwei der auf einer “Heuschreckenliste” in der SPD kursierende Namen von Unternehmern “jüdisch” seien oder “jüdische Namen” trügen. (…) Müntefering hatte Mitte April eine Kapitalismus-Debatte ausgelöst, als er internationale Finanzinvestoren, die Firmen übernehmen, um sie zu zerlegen und wieder abzustoßen, mit Heuschreckenschwärmen verglich, die alles leer fräßen und danach weiterzögen. (…)

Quelle: Die Sachwalterin der Aufklärung ;-)

Mehr zum Thema gibt’s: hier, hier und hier.

edit: Wolffsohn im Original gibt’s hier. via: Statler & Waldorf

Metall goes Stürmer

Die Plünderer sind da

Blackstone, KKR, Investcorp — Finanzinvestoren aus Amerika schlachten deutsche Unternehmen aus. Sie kaufen die Firmen, um sie kurz darauf mit Gewinn weiter zu veräußern. Rücksicht auf Menschen, Regionen oder Traditionen nehmen die amerikanischen Finanziers nicht. Wie Mücken saugen sie aus den Betrieben das Geld, um dann nach dem gleichen Muster weiter zu schwärmen. Leidtragende sind die Menschen.

Quelle: Metall - Mai 05 via: derBorst

Mit passendem Bild untermalt, zeigt sich die IG Metall als das, was sie schon immer war und als deutsche Gewerkschaft auch gar nicht anders sein kann: treue Verteidigerin des ehrlichen, deutschen Arbeiters, der von raffgierigen Jud… ähm … “amerikanischen Finanziers” ausgebeutet und um seinen Arbeitsplatz gebracht wird.

Hätte ich schon gefrühstückt, ich würde es wieder von mir geben :-(

05-05-08 - #4

May 2, 2005

Torsun dankt den Befreiern.

Always Coca-Cola

May 1, 2005

Kann es sein, daß die braune Brause Gigi jetzt völlig abdreht? Nicht, daß sein Haß auf antideutsche Kritik (bisher hauptächlich gegen die ach so bellizistischen, rassistischen, sexistischen und — nicht zu vergessen — islamophoben sogenannten HC-AntiDs gerichtet) etwas neues wäre, nein, jetzt hat er auch die anti-amerikanische KONKRET — namentlich Horst Pankow, den er — ganz Antifa-investigativ-journalistisch-aufklärerisch — beim Namen nennt und Herman L. Gremilza — zu einem nazistischen Publikationsorgan gemacht.

“Geht’s noch?” möchte man sich ob solcher geistigen Verwirrungen fragen. Und doch, ich frage lieber nicht. Bewies er doch im KF zur Genüge, was er von jedweder Kritik am Islam hält.

Angesichts solcher Ergüsse wünsche ich ihm nur eines: “Allah, wirf Hirn vom Himmel.”

Ach ja, die Jungle Wold ist mittlerweile zum neuen Parteiblatt der FDP geworden. Was auch sonst?

Zeitvertreib

Hier mal ein paar Links zu netten Flash-Games, die einen (sprich: mich) auch schon mal stundenlang vor den Rechner fesseln. Nichts für einen Tag wie heute, welchen ich lesend auf dem Balkon verbrachte, aber doch für Abende, an denen man einfach nicht müde werden will (oder kann, weil man ja des Rätsels Lösung finden muß):

Anode & Cathode
FASCO-CS
My Diamond Baby
Mamma Room
Exmortis

Vie Spaß dabei!
Wer noch mehr solcher Games parat hat, fühle sich eingeladen, die Links hier zu posten.