Von der Unmöglichkeit sein eigenes Leben kontrollieren zu können

August 1, 2005

Prolog:

Viel zu oft schon habe ich dieses Blog dazu genutzt, irgendwelche — für die dieses Blog lesende Außenwelt wohl kaum relevanten — Dinge über mein Lebens- und Freizeitverhalten und -erleben zu schreiben. Das war bei der Blog-Eröffnung so nie intendiert, aber mangels Zeit (zu Beginn) und Lust (immernoch) mich mehr als nur bruchstückhaft mit kritischen Interventionen zum politischen und gesellschaftlichen Geschehen in dieser überaus beschissenen — weil eben falsch eingerichteten — Welt zu äußern, ist es halt so gekommen. Punkt.

Und genau deswegen kann ich jetzt, da ich mir meiner eigenen psychischen Labilität zumindest insofern bewußt werde, als daß sie ausreicht, einen Eintrag dazu zu verfassen, auch mit meinem privaten Scheiß fortfahren. Es möge beginnen:

Fragen:

Ich bin verliebt. Nun schön, denkt der geneigte Leser, warum freut er sich dann nicht? Kann er sich nicht einfach freuen? Muß er denn einfach alles kritisieren? Kann er denn nicht einmal — wenigstens in seinem eigenen kleinen privaten Leben — ohne Kritik auskommen? Ohne all das Negative, was einem wie mir das morgentliche, immer wiederkehrende, sich selbst längst zum Ritual erhobene Frühstück namens Coffee & Cigarettes versaut? Vielleicht kann ich es nicht. Vielleicht ist genau das mein Problem. Verkommt all die Negative Kritik zu einer mein eigenes Leben selbst negativ betrachtenden Sichtweise?

Freies Assoziieren:

Fernbeziehung. Sich zu selten sehen. Nicht wissen, was er macht. (Termine.) Besuch seines Ex’. Kommunikation per Internet. (Ich hasse chatten. (Zumindest dann, wenn es nicht nur um “eben mal ficken” geht.)) Es ist unmöglich Emotionalität in die Tastatur zu hauen. Mangelnde Empathie — beiderseits. Das Unvermögen, sein eigenes Leben kontrollieren zu können. Mit auftretenden Problemen nicht zurechtkommen. Ein sich aufgrund dessen abzeichnender Alkoholabusus. (Ob ich lieber kiffen sollte?) Sich fragen, ob es ihn anscheinend weniger als mich belastet, daß wir uns kaum sehen.

Conclusio?

Nee, gibt es nicht. Es gibt nur zwei Sachen, derer ich mir momentan sicher bin:

1. Ich bin verliebt.
2. Der Kommunismus ist ‘ne feine Sache.

Ende.

1 Comment »

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  1. Oje. Fernbeziehungen sind in gewisser Hinsicht so praktisch, in anderer so wenig praktisch. Fühle mit Dir.
    Und ansonsten gehts mir so, wie Dir. Bis auf die Fernbeziehung. Die ist schon lange vorbei.

    Comment by Sammelsurium — August 10, 2005 @ 8:21 am

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