Eu não sou Germany!

September 30, 2005

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follow my ordinary taste in music …

September 23, 2005

… on last.fm music_smiley

[via]

September 20, 2005

The schools would fail through their silence, the Church through its forgiveness, and the home through the denial and silence of the parents. The new generation has to hear what the older generation refuses to tell it.

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Simon Wiesenthal 1908—2005

Saúde!

September 19, 2005

“Das Wahlergebnis ist nichts für Feinschmecker oder Gourmets”, sagte Fernsehkoch und Moderator Alfred Biolek. Das Ergebnis sei “unentschlossen wie manches Kantinengericht”. Hätte er so etwas in der Küche zubereitet, “würde ich erst mal rausgehen, eine Flasche Wein aufmachen und durchatmen”.

Aufruf zur Abwahl

September 15, 2005

Keine Stimme für Ströbele!

(…)

Ströbele und nicht die Grünen hat in Kreuzberg gefunden, wonach all die K-Gruppen und spontanen Hasch- und andere Rebellen suchten und wofür die RAF und die Bewegung 2. Juni ihre Liquidationskommandos ausschickten: eine antikapitalistische Volksgemeinschaft im Kleinen, die vom ökologisch und pazifistisch motivierten Mittelständler bis zum Hasskappen-Autonomen und von vielen Migranten und deren sogenannter Beauftragten bis zum Imam von nebenan reicht und immer noch Avantgarde für ein neues Deutschland sein will.
Worauf diese Gemeinschaft nur gründen kann, hatten deutsche Revolutionäre im Gefolge von 1968 zwar auch schon gewußt, allerdings wegen einiger dogmatischer Altlasten bei weitem nicht so gut rüber gebracht wie heute der Seyfried den Ströbele. Es sind: Haß auf Amerika und seinen gerade uns Kiezbewohner bedrängenden sozialräuberischen Imperialismus; die Suche nach einem einfachen, gerechten und schon deshalb auch ökologisch gesunden Leben; die Angst vor der Zumutung, ein für sich selbst verantwortlicher erwachsener Mensch werden zu müssen; eine fundamentale Friedenssehnsucht und der daraus resultierende Kampf gegen friedensstörende Verschwörungen, denen schon mal ein paar Tausend amerikanische Zivilisten und andere Heuschrecken zum Opfer fallen können. Ein solches Programm vermittelt sich nicht über das kompromißlerische Kalkül einer etablierten Partei, von der man ja weiß, daß sie ihre Versprechen brechen wird. Wer glaubwürdig sich ans ganze Kiezvolk wenden will, braucht das Plebiszit als unmittelbaren Zuruf der spontanen Mehrheit. Allein deshalb will Ströbele ganz unbescheiden nur die Erststimme.

Die zwingende Konsequenz

Weil Bilder dann wirklich nicht lügen, wenn einer, der sich als deutscher Revolutionär immer treu geblieben ist, sie einem Geistesverwandten in Auftrag gibt, damit er deutsche Ideologie sinnfällig mache, belegt Seyfrieds “Erststimme Ströbele” betitelter Bilderbogen bis ins kleinste Detail. Etwa dann, wenn eine — natürlich häßlich dargestellte — Angela Merkel auf einem durchaus konsequent der taz zugeschrieben Plakat abgebildet ist, das mit “Wählt mich nach Washington” betitelt ist und von einem sehr widerständig die Zähne bleckenden Hund bepißt wird. Oder wenn der Abgeordnete Ströbele, der dem verstorbenen Vorsitzenden Kim Il Sung nicht unähnlich visionär in die Ferne blickend einen veritablen Volksaufmarsch aller Prenzl-Kreuzberg-Friedrichshainer anführt, und sich so nebenbei anschickt, mit seinem mit “Biomilch von echten Kühen” beladenen Fahrrad eine Heuschrecke zu überfahren. Oder wenn der sich hinter Ströbele scharende anachronistische Zug aller fortschrittlichen und friedensbewegten Bewohner der drei Kieze in aller multikulturellen Unschuld eine Frau mit sich führt, die ihre Identität dadurch kundtut, daß sie den Betrachter aus ihrer schwarzen Ganzkörperumhüllung mindestens so widerständig anschaut wie sonst nur der das Merkel-Plakat bepissende Hund und ihre Nachbarin, die “Gebt das Hanf frei!” fordert.
Ein Mosaiksteinchen, das solches Szenario erst vervollständigt und immer fester Bestandteil des politischen Credos all der Revoluzzer gewesen ist, fehlt scheinbar ganz in diesem Bild. Zwar ist das gesamte antisemitische Personal der drei Kieze versammelt, auch warnen sie vor all dem, wovon Antisemiten sich verfolgt fühlen und worüber sie gern Gerüchte verbreiten, aber über die Juden und ihren Staat kein Wort, kein Bild, nur Andeutungen, die nicht zwingend antisemitisch sein müssen.
Soviel Deutlichkeit, die kiezfremden Provokateuren nur wieder Anlaß zu gehässiger Polemik geben würde, ist im Zusammenhang mit Christian Ströbele zum Glück gar nicht nötig. Antisemiten haben ein gutes Gedächtnis und von Ströbele wissen sie, was er bei seiner Nahostreise 1991 kurz nach dem ersten Irakkrieg ins Mikrofon geflüstert und nie ernsthaft widerrufen hatte: Die irakischen Raketenangriffe auf Israel seien “die logische, fast zwingende Konsequenz der israelischen Politik gegenüber den Palästinensern und den arabischen Staaten”.
Weil ihn die öffentliche Empörung wegen dieser Aussagen zum Rücktritt als Vorstandssprecher der Bundesgrünen zwang, gilt Ströbele deswegen im Kreuzberger kollektiven Gedächtnis seither als einer aus dem Widerstand; als einer von ihnen, dem man gerne abnimmt, was er damals anläßlich seines erzwungenen Rücktritts verlauten ließ: “Es ist mir nicht mehr möglich, die Interessen der Grünen in Israel und der Bundesrepublik glaubhaft zu vertreten.”

(…)

Gehen Sie am Sonntag in Ihr Wahllokal und wählen Ströbele ab. Das ist nur möglich, wenn Sie Ihre Erststimme entweder dem Kandidaten der CDU oder der SPD geben, denn beide haben erstens hinreichende Chancen, das Direktmandat zu erringen, und zweitens anders als die ebenfalls aussichtsreiche Kandidatin der Linkspartei/PDS, die Bezirksbürgermeisterin von Friedrichshain-Kreuzberg Reinauer, keinen entscheidenden Anteil an der Konservierung von Verhältnissen, die einen Ströbele erst ermöglichen. Ein Vorteil am Rande: Ihre Erststimme ist auch dann gültig, wenn Sie — wie wir doch stark hoffen wollen — Ihre Zweitstimme nicht vergeben, schließlich wollen Sie “sich” doch nicht Linkspartei, SPD, Grüne, FDP oder die CDU “reinwählen”, sondern nur den Ströbele loswerden.

Redaktion BAHAMAS, Berlin, 14. September 2005

[pdf]

edit: Auch das Smartline-Fanzine widmet sich “linksradikalen Glaubenssätze[n]” und gibt eine schulterzuckende Wahlempfehlung.

Remember Ground Zero

September 11, 2005

Start spreading the news, I’m leaving today
I want to be a part of it — New York, New York
These vagabond shoes, are longing to stray
Right through the very heart of it — New York, New York

I wanna wake up in a city, that doesn’t sleep
And find I’m king of the hill — top of the heap

These little town blues, are melting away
I’ll make a brand new start of it — in old New York
If I can make it there, I’ll make it anywhere
It’s up to you — New York, New York

New York, New York
I want to wake up in a city, that never sleeps
And find I’m a number one
top of the list, king of the hill
A number one

These little town blues, are melting away
I’m gonna make a brand new start of it — in old New York
And if I can make it there, I’m gonna make it anywhere

It’s up to you — New York, New York

New York

Dedicated to the City of New York.
Then, Now and Forever.

Soli-Party für haGalil

September 9, 2005

13. September im Festsaal Kreuzberg:
Solidaritätsparty für haGalil

Der “Aufstand der Anständigen” finanziert lieber Filmabende für Eingeweihte und Buntstifte zum Ausmalen kleiner Davidsterne. Ein 24h täglich abrufbares Bildungs- und Informationsangebot zum Judentum bleibt auf der Strecke.

Seit Januar 2005 wird die Arbeit von haGalil.com durch Spenden ermöglicht. Leider ist die Resonanz und Unterstützung der Leserinnen und Leser noch immer nötig, auch wenn das BMFSFJ mittlerweile einen Teilbetrag der Förderung genehmigt hat. Dies bedeutet jedoch keine Entwarnung, denn die sog. Fördersumme gleicht eher einem Schweigegeld. Von “der braunen Flut im Internet” wird zwar oft und viel geredet. Effektive Maßnahmen, wie Aufbau, Erhaltung und Ausbau des Schutzwalles gegen diese Flut, bleiben Privatangelegenheit von haGalil.

Mit der Soliparty soll auf diese Situation aufmerksam gemacht werden, zugleich wird Spendengeld gesammelt.

Die Party wird von Jungle World, Festsaal Kreuzberg, Verbrecher Verlag und diversen Einzelpersonen ausgerichtet.

DJs: Mrs. Mia Wallace, Bellicism und ION (the soft machine is less than obvious).
Ab 20.30 Uhr Infostand und Einführung, DJs und Party ab 22 Uhr

Festsaal Kreuzberg
Skalitzerstr. 130, 10999 Berlin (U-Bhf Kottbusser Tor)
Beginn: 20.30 Uhr. Eintrittspreis: 4 €

reality revisited

September 8, 2005

Zwei Wochen Urlaub waren einfach nicht genug. Sie können es — angesichts bestehender Realitäten — auch gar nicht sein. Nun muß ich mich dennoch damit abfinden, wieder in der deutschen Realität angekommen zu sein, und tat in den letzten Tagen deshalb alles, um mich so lange wie möglich selbiger zu entziehen:
ca. 5000 mp3-ID3-tags aktualisieren (andauernd …), stundenlang in der Sonne liegen und allesmögliche lesen — nur nicht studienrelevante Sachen, kinematographische Meisterwerke gucken (e.g.: Witness for the Prosecution).

Was mich dann heute doch wieder in die Wirklichkeit zurückwirft, ist folgende Veranstaltungsankündigung, die sich mit der Kritik der Verfilmung des ganz und gar nicht paradisischen palästinensischen Suizidkollektivs und seinen europäischen Apologeten beschäftigt:

»PARADISE NOW«

Das Selbstopfer als Erlösung: Zur modernen Dramaturgie des Judenmordes
Vortrag und Diskussion
Berlin, 8. September 2005, 19:30 Uhr, Hackesche Höfe, Kleiner Festsaal

Tobias Ebbrecht (Filmwissenschaftler an der Filmhochschule Potsdam)
Ralf Schroeder (Mitherausgeber von TYPOSKRIPT.NET)

* * *

[ PARADISE NOW ] Am 29. September 2005 startet »Paradise Now« in den deutschen Kinos. Auf den diesjährigen Internationalen Filmfestspielen in Berlin wurde der Film des israelisch-arabischen Regisseurs Hany Abu-Assad gleich dreifach ausgezeichnet. Er erhielt den Preis für den besten europäischen Film, den Publikumspreis sowie den Amnesty International-Filmpreis. Die Prämierungen gelten Unfaßlichem: Dieser Film inszeniert Judenmord und Selbstopfer ohne jede Allegorisierung; sein Antisemitismus verbirgt sich nur schlecht hinter einem opportun erscheinenden Antizionismus.

Am Ende des Streifens sprengt sich ein palästinensischer Selbstmordattentäter in einem israelischen Bus in die Luft. Seine jüdischen Opfer bleiben unsichtbar, die Tat erscheint als verzweifelter Widerstand gegen einen übermächtigen Feind. Dem kunstsinnigen Publikum wird Verständnis und Einfühlung ermöglicht: Erst zünden anti-israelische Monologe wie Sprengsätze, dann kommt es zum Suicide Attack als moralisch legitimiertem Erlösungsakt. Stehende Ovationen für den in Szene gesetzten Judenmord beendeten die Berlinale-Aufführung. Die Kulturstaatsministerin Christina Weiss, die den deutschen Verleih des Filmes fördert, konnte sich zufrieden zeigen. Inzwischen besorgt Deutschlands Schicksalsexperte Bernd Eichinger mit seiner Firma »Constantin-Film« den Vertrieb des Judenmörderdramas.

[ DIE CINEASTISCHE SUCHE NACH ERLÖSUNG ] Der Filmwissenschaftler Tobias Ebbrecht (Filmhochschule Potsdam) erörtert in seinem Vortrag, warum nicht nur wegen des europaweiten Erfolges von Eichingers »Der Untergang« dieses kulturpolitische Engagement folgerichtig erscheint. Die eingeübte Täter-Opfer-Verkehrung wird distanzlos als pseudodokumentarisches Fernsehspiel inszeniert. Das mythologische Motiv konstruiert die deutsch-palästinensische Koprojektion: Wo Schicksal herrscht, ist jeder fraglos Opfer des sich ereignenden Dramas, jede individuelle Entscheidung wird zum bloßen Nachvollzug des Schicksals. Das Selbstopfer wird dabei zur Befreiung, der behauptete Kampf »gegen Krieg und Gewaltherrschaft« wendet sich schließlich als »Moral War« gegen Israel.

[ VOM MYTHOS DES SELBSTOPFERS ] Der Publizist Ralf Schroeder (TYPOSKRIPT.NET) geht der Frage nach, warum sich gerade der Kunstsinn so nah der Barbarei verorten kann. Im Rekurs auf »Der Fliegende Holländer« wird dem Mythos des Selbstopfers und der Todessehnsucht nachgespürt. Was Heinrich Heine gerade zur Satire reichte, wurde von Richard Wagner im Wortsinne todernst genommen. Die nihilistische Tat ist dabei ein fortwährender Topos insbesondere der deutschen Kulturgeschichte, sie ist uns nicht fremd, und wird sie politisch mit Sinn aufgeladen, verspricht der antisemitische Suicide Attack nicht weniger als ein Paradise Now. Der Kulturkampf zwischen Wagner und Heine, zwischen opferwahnsinnigem Mythos, der im Tode die Erlösung wähnt, und der erbitterten Kritik, die doch für die Sinnlichkeit des Lebens streitet, tobt noch immer.

Weite Informationen: redaktion@typoskript.net

Quelle: Die Jüdische