Du bist Deutschland - Das Original

November 21, 2005

du bist deutschland im original

[gefunden im kf]

Update:
So, nachdem ja nun auch außerhalb der sog. Blogosphäre (was für’n blöder Begriff, als ob Blogger außerhalb der Wirklichkeit — man könnte auch sagen Ökosphäre :-) — leben, na wie auch immer …) auf das Foto verwiesen wird, erwarte ich mit Spannung eine Einladung zu Christiansen oder Kerner nebst großzügiger Tantiemen (bitte auf das Lichtensteiner Konto überweisen!), habe ich doch schließlich als erster (wird zumindest auf diversen “großen” Blogs so kolpotiert. Ob dem so ist, kann und will ich mangels Interesse auch weder verifizieren noch falsifizieren) das Foto ausm KF geklaut … ;-)
Okay, genug der Blödelei, aber angesichts der Trackbacks und Comments, die man dafür erhält, fällt einem schon kaum was anderes ein. Anstatt auf die Wahnhaftigkeit nationalen Denkens an sich zu reflektieren, macht sich ein Blogger Gedanken darum, daß die Kampagne von auf Profitgewinnung (hui, wie schrecklich) ausgerichteten Medienunternehmen gestartet wurde und nicht von der (dann wohl moralisch einwandfrei agierenden) Bundeszentrale für politische Bildung. Das kann dem antikapitalistischen Deutschen natürlich nur aufstoßen. Mit einem ordentlichen Reichspropagandaministerium wär das nicht passiert! Ein Deutschling versucht nebenbei noch zu erklären, warum die neue Kampagne ja was ganz anderes als das Original sei und bemerkt (natürlich) nicht, wie sehr er doch dabei nur deutsche Ideologie reproduziert. Ach ja, das verlinkte Video, welches vorgeblich persiflierend sein soll, ist genauso unter jedem Niveau wie das Original. Oder ist mein Humordetektor einfach kaputt gerade?

Und Cut.
Welche Blogger was geschrieben haben, möge sich bitte jeder selbst raussuchen. Ich habe keine Lust die Sachen noch einmal zusätzlich zu verlinken.

[Hier bitte nun antideutsche Parole nach Gusto einfügen!] ;-)

November 5, 2005

Es war vor so ungefähr vor 10 Jahren. Wir gingen spazieren. Eines dieser Familientreffen, an denen fast die gesamte Familie teilnimmt. Ostern vielleicht, oder ein Geburtstag. Ich weiß es nicht mehr. Der obligatorische Spaziergang durchs Dorf.
Wir kamen am Grundstück einer “alteingessenen” Familie vorbei. Darauf, abgesperrt durch einen hohen Zaun, ein Gedenkstein. Gewidmet war bzw. ist er den Familienvorfahren und deren Ländereien, die nach 1945 durch die DDR enteignet und in Volkseigentum überführt woren waren. Mein Opa sagte zu mir, daß er als Junge für diesen Bauern (ein Großgrundbesitzer, wie mein Opa es so schön klassisch formulierte) arbeiten mußte. Daß er kaum was verdient hat, manchmal nur ne Stulle am Tag bekam. Daß er sich freute, als die Familie enteignet wurde. Und daß er sich ärgert, daß heute, da die Familie das Ackerland wieder ihr eigen nennt, diese Familie die “Ungerechtigkeit” anklagt und mittels des besagten Gedenksteines diese meint anprangern zu müssen.
“Wie wäre es denn mit ein wenig Farbe auf dem Ding?”, meinte ich zu ihm, mehr im Scherz als wirklich ernstgemeint. “Das würde denen ganz recht geschehen”, erwiderte er. Nicht minder belustigt. Aber auch nicht ohne Ärger in seinen Worten.
Der Spaziergang ging weiter, so wie es noch viele weitere danach geben sollte. Einen Farbbeutelwurf aber gab es nie. Und bis heute hatte ich auch nie wieder an diese Geschichte gedacht. Bis heute. Heute ist mein Opa gestorben. Ich werde ihn vermissen.