Writer, Director, Actor

March 14, 2006

Bei IMDb ne Bio-/Filmographie über ihn zu finden, ist schon strange …

Aber eigentlich war ich ja auf der Suche nach “Your Job In Germany“. Falls den jemand auf dem Rechner oder so hat … Immer her damit :-) Merci.

Ein Silberstreif am Horizont

March 13, 2006

Magdeburger sterben als erste aus

… womit ich mich dann auch gleich als ehemaliger Bewohner selbiger Stadt geoutet hätte ;-)

Reflexionen #1

February 3, 2006

Ein Blog, welches für fast zwei Monate nicht aktualisiert wird, ist ziemlich sinnlos. Da es aber — will man den Referern Glauben schenken — doch noch von einigen Lesern frequentiert (und eventuell auch gelesen) wird, versuche ich einfach mal im Moment des Schreibens zu eruieren, woran es lag, daß hier solange sich nichts getan hat. Ich kann schließlich auch kaum behaupten, daß seit dem letzten Eintrag nichts passiert worden wäre.

Da war zum Beispiel die Antideutsche Konferenz im Herbst letzten Jahres, die genug Stoff geliefert hätte. Wo blieb da nun konkret die Kritik an den “neuen” Liberalen (FdoG & Co.), die noch im Ankündigungstext so ausführlich (und zum Teil auch selbstreflexiv) formuliert wurde? Es war zumindest eine für mich eher unbefriedigende Konferenz, was entweder daran lag, daß ich beständig eingeschlafen bin (bevor da jetzt jemand frohlockt: es lag am Schlafmangel in der Nacht zuvor nebst grippalem Infekt) oder daß der Inhalt besagter Ankündigung nicht sich in den Referaten widerspiegelte. Nun gut, ist schon ‘ne Weile her und was Justus Wertmüller nach seinem kontroversen Referat auf der Konferenz, zu den Unruhen in den französischen (Vor-)städten zu sagen hat, wird sich am 14. Februar zeigen.

What else? Ein konsequenter Islamist kommt dem Besitz von Nuklearwaffen immer näher und es dauert bis heute, daß sich dann doch mal — neben den Israelis, die ja als erste davon betroffen wären, und der USA — die schrecklich dialogbereite “Weltgemeinschaft” (sprich: die Völker der Welt, denen das Nuklearprogramm der iranischen Faschisten bisher am Arsch vorbei ging und die sich erst in die Hosen machen, wenn Mahmūd Ahmadī-Nežād — ganz im Sinne des kritischen Dialogs — damit “wirbt”, den zionistischen Staat doch nach Europa oder sonstwo, nur nicht in die “geheiligte islamische Welt”, “verlegen” zu wollen) aufrafft (so hoffe ich, in meinem begrenztem Optimismus), daß Säuseln endlich mal ad acta zu legen, den Iran am Besitz der Atombombe zu hindern und am besten gleich noch die Menschen im Iran aus der Knute der islamischen Herrschaft zu befreien.
Less talk, more action!

Ariel Sharon, “der Zionist und praktische Antifaschist” (ISF), ist immer noch nicht aus seinem künstlichen Koma aufgewacht, und wird wohl kaum noch in die Politik zurückkehren können. Für ihn hoffe ich, daß er sich einfach noch mal “aufrappelt” und ein paar angenehme Lebensjahre vor sich hat. Den Israelis brauch ich wohl kaum was wünschen. Sie haben seit der Staatsgründung gezeigt, daß sie sich nicht unterkriegen lassen. Egal, wer dort in den nächsten Monaten und Jahren regiert, keiner wird den Friedens-, Islam- und Appeasementapologeten nachgeben, die Israel, gleich ihren Dialogpartnern, als Grundübel der Welt ausgemacht haben, daß nur von der Landkarte verschwinden müsse, um “Frieden auf Erden” zu haben. Israel war, ist und bleibt — hoffentlich mit Unterstützung einer noch konsequenteren israelsolidarischen US-Administration — der Ort, an dem Juden ohne Angst vor Verfolgung und Vernichtung leben können.
Solange die warentauschende Gesellschaft und somit der Antisemitismus als die “objektive Ideologie der Barbarei” (ISF 2000, 7) existieren, braucht es den Staat Israel als explizit jüdischen Staat, welcher, in einer Welt der Nationalstaaten, der Ort ist, der sowohl den in diesem Staat lebenden wie den kosmopolitisch verstreuten Juden, Schutz und Verteidigung vor dem Wahn der antisemitischen Internationalen bietet. Lang lebe Israel!

Den persönlicheren Reflexionsteil gibt’s dann morgen … oder später … oder gar nicht. We’ll see.

Vorweihnachtliche Terminplanübererfüllung

December 5, 2005

Allen, die sich eher den Zumutungen der Kritik statt denen der weihnachtlichen Besinnlichkeit widmen möchten, seien hier ein paar Vorschläge für die Woche vom 12.12.—18.12.2005 auf den Weg gegeben:

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Den Anfang macht am Montag, den 12.12. die AANO, die zu einer Veranstaltung zum Thema “Neue persische Härte. Irans Politik seit Ahmadinejad — Tugendterror und nukleare Aufrüstung” einlädt. Referieren werden Wahied Wahdathagh (Memri) und Thomas Becker (Publizist). Beginnen wird die Veranstaltung um 19:00 Uhr. Ort ist die HU-Berlin.

– — –

Weiter geht es nun mit zwei Veranstaltungen in Halle (Saale):

Am Mittwoch, den 14.12. referiert Matthias Küntzel zum Thema “Nationalsozialismus und Antisemitismus in der arabischen Welt“. Der Vortrag beginnt um 18:00 Uhr im Melanchtonianum, Hörsaal B der Martin-Luther-Universität Halle.

Am Freitag, den 17.12. und Samstag, den 18.12. findet ein Seminar zur “Einführung in die Psychoanalyse” mit Ljiljana Radonic (Café Critique) statt. Widmet sich am Freitag die Veranstaltung einer Einführung zu den Grundbegriffen und Grundannahmen der Psychoanalyse, so werden am Samstag “Psychoanalyse und Geschlechterverhältnis” sowie die “Rolle der Psychoanalyse in einer Kritischen Theorie der Gesellschaft” thematisiert.
(Für das Psychoanalyse-Seminar ist unbedingt eine vorherige Anmeldung unter agantifa@freenet.de erforderlich!)

Vortrag und Seminar werden veranstaltet von den Genossen der AG “no tears for krauts” und der ag antifa im StuRa der MLU Halle.

– — –

So, und was macht ihr? Weihnachtsshopping? ;-)

Du bist Deutschland - Das Original

November 21, 2005

du bist deutschland im original

[gefunden im kf]

Update:
So, nachdem ja nun auch außerhalb der sog. Blogosphäre (was für’n blöder Begriff, als ob Blogger außerhalb der Wirklichkeit — man könnte auch sagen Ökosphäre :-) — leben, na wie auch immer …) auf das Foto verwiesen wird, erwarte ich mit Spannung eine Einladung zu Christiansen oder Kerner nebst großzügiger Tantiemen (bitte auf das Lichtensteiner Konto überweisen!), habe ich doch schließlich als erster (wird zumindest auf diversen “großen” Blogs so kolpotiert. Ob dem so ist, kann und will ich mangels Interesse auch weder verifizieren noch falsifizieren) das Foto ausm KF geklaut … ;-)
Okay, genug der Blödelei, aber angesichts der Trackbacks und Comments, die man dafür erhält, fällt einem schon kaum was anderes ein. Anstatt auf die Wahnhaftigkeit nationalen Denkens an sich zu reflektieren, macht sich ein Blogger Gedanken darum, daß die Kampagne von auf Profitgewinnung (hui, wie schrecklich) ausgerichteten Medienunternehmen gestartet wurde und nicht von der (dann wohl moralisch einwandfrei agierenden) Bundeszentrale für politische Bildung. Das kann dem antikapitalistischen Deutschen natürlich nur aufstoßen. Mit einem ordentlichen Reichspropagandaministerium wär das nicht passiert! Ein Deutschling versucht nebenbei noch zu erklären, warum die neue Kampagne ja was ganz anderes als das Original sei und bemerkt (natürlich) nicht, wie sehr er doch dabei nur deutsche Ideologie reproduziert. Ach ja, das verlinkte Video, welches vorgeblich persiflierend sein soll, ist genauso unter jedem Niveau wie das Original. Oder ist mein Humordetektor einfach kaputt gerade?

Und Cut.
Welche Blogger was geschrieben haben, möge sich bitte jeder selbst raussuchen. Ich habe keine Lust die Sachen noch einmal zusätzlich zu verlinken.

[Hier bitte nun antideutsche Parole nach Gusto einfügen!] ;-)

Eu não sou Germany!

September 30, 2005

jdr_ibnd_03_02

[mehr dazu hier]

September 20, 2005

The schools would fail through their silence, the Church through its forgiveness, and the home through the denial and silence of the parents. The new generation has to hear what the older generation refuses to tell it.

wiesenthal

Simon Wiesenthal 1908—2005

Aufruf zur Abwahl

September 15, 2005

Keine Stimme für Ströbele!

(…)

Ströbele und nicht die Grünen hat in Kreuzberg gefunden, wonach all die K-Gruppen und spontanen Hasch- und andere Rebellen suchten und wofür die RAF und die Bewegung 2. Juni ihre Liquidationskommandos ausschickten: eine antikapitalistische Volksgemeinschaft im Kleinen, die vom ökologisch und pazifistisch motivierten Mittelständler bis zum Hasskappen-Autonomen und von vielen Migranten und deren sogenannter Beauftragten bis zum Imam von nebenan reicht und immer noch Avantgarde für ein neues Deutschland sein will.
Worauf diese Gemeinschaft nur gründen kann, hatten deutsche Revolutionäre im Gefolge von 1968 zwar auch schon gewußt, allerdings wegen einiger dogmatischer Altlasten bei weitem nicht so gut rüber gebracht wie heute der Seyfried den Ströbele. Es sind: Haß auf Amerika und seinen gerade uns Kiezbewohner bedrängenden sozialräuberischen Imperialismus; die Suche nach einem einfachen, gerechten und schon deshalb auch ökologisch gesunden Leben; die Angst vor der Zumutung, ein für sich selbst verantwortlicher erwachsener Mensch werden zu müssen; eine fundamentale Friedenssehnsucht und der daraus resultierende Kampf gegen friedensstörende Verschwörungen, denen schon mal ein paar Tausend amerikanische Zivilisten und andere Heuschrecken zum Opfer fallen können. Ein solches Programm vermittelt sich nicht über das kompromißlerische Kalkül einer etablierten Partei, von der man ja weiß, daß sie ihre Versprechen brechen wird. Wer glaubwürdig sich ans ganze Kiezvolk wenden will, braucht das Plebiszit als unmittelbaren Zuruf der spontanen Mehrheit. Allein deshalb will Ströbele ganz unbescheiden nur die Erststimme.

Die zwingende Konsequenz

Weil Bilder dann wirklich nicht lügen, wenn einer, der sich als deutscher Revolutionär immer treu geblieben ist, sie einem Geistesverwandten in Auftrag gibt, damit er deutsche Ideologie sinnfällig mache, belegt Seyfrieds “Erststimme Ströbele” betitelter Bilderbogen bis ins kleinste Detail. Etwa dann, wenn eine — natürlich häßlich dargestellte — Angela Merkel auf einem durchaus konsequent der taz zugeschrieben Plakat abgebildet ist, das mit “Wählt mich nach Washington” betitelt ist und von einem sehr widerständig die Zähne bleckenden Hund bepißt wird. Oder wenn der Abgeordnete Ströbele, der dem verstorbenen Vorsitzenden Kim Il Sung nicht unähnlich visionär in die Ferne blickend einen veritablen Volksaufmarsch aller Prenzl-Kreuzberg-Friedrichshainer anführt, und sich so nebenbei anschickt, mit seinem mit “Biomilch von echten Kühen” beladenen Fahrrad eine Heuschrecke zu überfahren. Oder wenn der sich hinter Ströbele scharende anachronistische Zug aller fortschrittlichen und friedensbewegten Bewohner der drei Kieze in aller multikulturellen Unschuld eine Frau mit sich führt, die ihre Identität dadurch kundtut, daß sie den Betrachter aus ihrer schwarzen Ganzkörperumhüllung mindestens so widerständig anschaut wie sonst nur der das Merkel-Plakat bepissende Hund und ihre Nachbarin, die “Gebt das Hanf frei!” fordert.
Ein Mosaiksteinchen, das solches Szenario erst vervollständigt und immer fester Bestandteil des politischen Credos all der Revoluzzer gewesen ist, fehlt scheinbar ganz in diesem Bild. Zwar ist das gesamte antisemitische Personal der drei Kieze versammelt, auch warnen sie vor all dem, wovon Antisemiten sich verfolgt fühlen und worüber sie gern Gerüchte verbreiten, aber über die Juden und ihren Staat kein Wort, kein Bild, nur Andeutungen, die nicht zwingend antisemitisch sein müssen.
Soviel Deutlichkeit, die kiezfremden Provokateuren nur wieder Anlaß zu gehässiger Polemik geben würde, ist im Zusammenhang mit Christian Ströbele zum Glück gar nicht nötig. Antisemiten haben ein gutes Gedächtnis und von Ströbele wissen sie, was er bei seiner Nahostreise 1991 kurz nach dem ersten Irakkrieg ins Mikrofon geflüstert und nie ernsthaft widerrufen hatte: Die irakischen Raketenangriffe auf Israel seien “die logische, fast zwingende Konsequenz der israelischen Politik gegenüber den Palästinensern und den arabischen Staaten”.
Weil ihn die öffentliche Empörung wegen dieser Aussagen zum Rücktritt als Vorstandssprecher der Bundesgrünen zwang, gilt Ströbele deswegen im Kreuzberger kollektiven Gedächtnis seither als einer aus dem Widerstand; als einer von ihnen, dem man gerne abnimmt, was er damals anläßlich seines erzwungenen Rücktritts verlauten ließ: “Es ist mir nicht mehr möglich, die Interessen der Grünen in Israel und der Bundesrepublik glaubhaft zu vertreten.”

(…)

Gehen Sie am Sonntag in Ihr Wahllokal und wählen Ströbele ab. Das ist nur möglich, wenn Sie Ihre Erststimme entweder dem Kandidaten der CDU oder der SPD geben, denn beide haben erstens hinreichende Chancen, das Direktmandat zu erringen, und zweitens anders als die ebenfalls aussichtsreiche Kandidatin der Linkspartei/PDS, die Bezirksbürgermeisterin von Friedrichshain-Kreuzberg Reinauer, keinen entscheidenden Anteil an der Konservierung von Verhältnissen, die einen Ströbele erst ermöglichen. Ein Vorteil am Rande: Ihre Erststimme ist auch dann gültig, wenn Sie — wie wir doch stark hoffen wollen — Ihre Zweitstimme nicht vergeben, schließlich wollen Sie “sich” doch nicht Linkspartei, SPD, Grüne, FDP oder die CDU “reinwählen”, sondern nur den Ströbele loswerden.

Redaktion BAHAMAS, Berlin, 14. September 2005

[pdf]

edit: Auch das Smartline-Fanzine widmet sich “linksradikalen Glaubenssätze[n]” und gibt eine schulterzuckende Wahlempfehlung.

Remember Ground Zero

September 11, 2005

Start spreading the news, I’m leaving today
I want to be a part of it — New York, New York
These vagabond shoes, are longing to stray
Right through the very heart of it — New York, New York

I wanna wake up in a city, that doesn’t sleep
And find I’m king of the hill — top of the heap

These little town blues, are melting away
I’ll make a brand new start of it — in old New York
If I can make it there, I’ll make it anywhere
It’s up to you — New York, New York

New York, New York
I want to wake up in a city, that never sleeps
And find I’m a number one
top of the list, king of the hill
A number one

These little town blues, are melting away
I’m gonna make a brand new start of it — in old New York
And if I can make it there, I’m gonna make it anywhere

It’s up to you — New York, New York

New York

Dedicated to the City of New York.
Then, Now and Forever.

Soli-Party für haGalil

September 9, 2005

13. September im Festsaal Kreuzberg:
Solidaritätsparty für haGalil

Der “Aufstand der Anständigen” finanziert lieber Filmabende für Eingeweihte und Buntstifte zum Ausmalen kleiner Davidsterne. Ein 24h täglich abrufbares Bildungs- und Informationsangebot zum Judentum bleibt auf der Strecke.

Seit Januar 2005 wird die Arbeit von haGalil.com durch Spenden ermöglicht. Leider ist die Resonanz und Unterstützung der Leserinnen und Leser noch immer nötig, auch wenn das BMFSFJ mittlerweile einen Teilbetrag der Förderung genehmigt hat. Dies bedeutet jedoch keine Entwarnung, denn die sog. Fördersumme gleicht eher einem Schweigegeld. Von “der braunen Flut im Internet” wird zwar oft und viel geredet. Effektive Maßnahmen, wie Aufbau, Erhaltung und Ausbau des Schutzwalles gegen diese Flut, bleiben Privatangelegenheit von haGalil.

Mit der Soliparty soll auf diese Situation aufmerksam gemacht werden, zugleich wird Spendengeld gesammelt.

Die Party wird von Jungle World, Festsaal Kreuzberg, Verbrecher Verlag und diversen Einzelpersonen ausgerichtet.

DJs: Mrs. Mia Wallace, Bellicism und ION (the soft machine is less than obvious).
Ab 20.30 Uhr Infostand und Einführung, DJs und Party ab 22 Uhr

Festsaal Kreuzberg
Skalitzerstr. 130, 10999 Berlin (U-Bhf Kottbusser Tor)
Beginn: 20.30 Uhr. Eintrittspreis: 4 €

reality revisited

September 8, 2005

Zwei Wochen Urlaub waren einfach nicht genug. Sie können es — angesichts bestehender Realitäten — auch gar nicht sein. Nun muß ich mich dennoch damit abfinden, wieder in der deutschen Realität angekommen zu sein, und tat in den letzten Tagen deshalb alles, um mich so lange wie möglich selbiger zu entziehen:
ca. 5000 mp3-ID3-tags aktualisieren (andauernd …), stundenlang in der Sonne liegen und allesmögliche lesen — nur nicht studienrelevante Sachen, kinematographische Meisterwerke gucken (e.g.: Witness for the Prosecution).

Was mich dann heute doch wieder in die Wirklichkeit zurückwirft, ist folgende Veranstaltungsankündigung, die sich mit der Kritik der Verfilmung des ganz und gar nicht paradisischen palästinensischen Suizidkollektivs und seinen europäischen Apologeten beschäftigt:

»PARADISE NOW«

Das Selbstopfer als Erlösung: Zur modernen Dramaturgie des Judenmordes
Vortrag und Diskussion
Berlin, 8. September 2005, 19:30 Uhr, Hackesche Höfe, Kleiner Festsaal

Tobias Ebbrecht (Filmwissenschaftler an der Filmhochschule Potsdam)
Ralf Schroeder (Mitherausgeber von TYPOSKRIPT.NET)

* * *

[ PARADISE NOW ] Am 29. September 2005 startet »Paradise Now« in den deutschen Kinos. Auf den diesjährigen Internationalen Filmfestspielen in Berlin wurde der Film des israelisch-arabischen Regisseurs Hany Abu-Assad gleich dreifach ausgezeichnet. Er erhielt den Preis für den besten europäischen Film, den Publikumspreis sowie den Amnesty International-Filmpreis. Die Prämierungen gelten Unfaßlichem: Dieser Film inszeniert Judenmord und Selbstopfer ohne jede Allegorisierung; sein Antisemitismus verbirgt sich nur schlecht hinter einem opportun erscheinenden Antizionismus.

Am Ende des Streifens sprengt sich ein palästinensischer Selbstmordattentäter in einem israelischen Bus in die Luft. Seine jüdischen Opfer bleiben unsichtbar, die Tat erscheint als verzweifelter Widerstand gegen einen übermächtigen Feind. Dem kunstsinnigen Publikum wird Verständnis und Einfühlung ermöglicht: Erst zünden anti-israelische Monologe wie Sprengsätze, dann kommt es zum Suicide Attack als moralisch legitimiertem Erlösungsakt. Stehende Ovationen für den in Szene gesetzten Judenmord beendeten die Berlinale-Aufführung. Die Kulturstaatsministerin Christina Weiss, die den deutschen Verleih des Filmes fördert, konnte sich zufrieden zeigen. Inzwischen besorgt Deutschlands Schicksalsexperte Bernd Eichinger mit seiner Firma »Constantin-Film« den Vertrieb des Judenmörderdramas.

[ DIE CINEASTISCHE SUCHE NACH ERLÖSUNG ] Der Filmwissenschaftler Tobias Ebbrecht (Filmhochschule Potsdam) erörtert in seinem Vortrag, warum nicht nur wegen des europaweiten Erfolges von Eichingers »Der Untergang« dieses kulturpolitische Engagement folgerichtig erscheint. Die eingeübte Täter-Opfer-Verkehrung wird distanzlos als pseudodokumentarisches Fernsehspiel inszeniert. Das mythologische Motiv konstruiert die deutsch-palästinensische Koprojektion: Wo Schicksal herrscht, ist jeder fraglos Opfer des sich ereignenden Dramas, jede individuelle Entscheidung wird zum bloßen Nachvollzug des Schicksals. Das Selbstopfer wird dabei zur Befreiung, der behauptete Kampf »gegen Krieg und Gewaltherrschaft« wendet sich schließlich als »Moral War« gegen Israel.

[ VOM MYTHOS DES SELBSTOPFERS ] Der Publizist Ralf Schroeder (TYPOSKRIPT.NET) geht der Frage nach, warum sich gerade der Kunstsinn so nah der Barbarei verorten kann. Im Rekurs auf »Der Fliegende Holländer« wird dem Mythos des Selbstopfers und der Todessehnsucht nachgespürt. Was Heinrich Heine gerade zur Satire reichte, wurde von Richard Wagner im Wortsinne todernst genommen. Die nihilistische Tat ist dabei ein fortwährender Topos insbesondere der deutschen Kulturgeschichte, sie ist uns nicht fremd, und wird sie politisch mit Sinn aufgeladen, verspricht der antisemitische Suicide Attack nicht weniger als ein Paradise Now. Der Kulturkampf zwischen Wagner und Heine, zwischen opferwahnsinnigem Mythos, der im Tode die Erlösung wähnt, und der erbitterten Kritik, die doch für die Sinnlichkeit des Lebens streitet, tobt noch immer.

Weite Informationen: redaktion@typoskript.net

Quelle: Die Jüdische

Bahamas vs. Tsunami rezensiert

July 30, 2005

Bei scrupeda gibt es einen lesenswerten Bericht über die am Donnerstag stattgefundene Bahamas-Veranstaltung.
Praktisch vor allem für Gigi & Freunde, die leider nicht teilnehmen konnten … :mrgreen:

edit: Neben dem oben verlinkten Blogeintrag (bereichert mittlerweile um ein paar Kommentare) von scrupeda, gibt es auch bei Classless Anmerkungen und Kommentare zur Veranstaltung resp. zur Bahamas im allgemeinen.

Bahamas vs. Tsunami

July 25, 2005

Eine gesellschaftliche Naturkatastrophe?
Gegen den antiwestlichen Djihad und seine europäischen Verharmloser

Wir lassen uns von niemandem die Art wie wir leben bestreiten. (Elisabeth II)

Der Ablauf scheint schon prächtig einstudiert. Nach der Artikulation der üblichen Bestürzung, über 52 ermordete Briten und den standardisierten Solidaritätsbekundungen mit Opfern und Hinterbliebenen folgte auf den meisten Kanälen schon wenige Stunden nach der Tat das erste Interview mit einem Terrorismusexperten, der allen mitteilte, was sie schon wußten: Daß die Täter bekennende Moslems waren — woraus aber um Gottes willen kein Generalverdacht gegen den Islam folgen dürfe. Kaum haben sich Politiker und Medienöffentlichkeit etwas erholt (in London dauerte es nicht viel länger als einen Tag), da wird schon vor Überreaktionen gewarnt und die Bevölkerung Londons als gutes Beispiel für coolen Umgang mit Katastrophen angepriesen. Weil dort notwendigerweise der Alltag seinen Fortgang nahm und die Londoner nur sagen konnten, was ihnen allein zu sagen blieb, daß man eben weiter leben müsse, wurde medial ein seltsamer Durchhaltewille beschworen, demzufolge kein Weltuntergang so schlimm sein könne, daß er “uns” Europäern irgendwelche Konsequenzen abnötigen könnte — schon gar nicht gegen den Islamismus. Diese Gleichgültigkeit gegenüber Gemetzeln, gerade dann, wenn sie womöglich wirklich “uns” allen gegolten haben könnten, wird perfiderweise mit dem ganz und gar nicht fatalistischen Durchhaltewillen der Engländer in den Jahren 1940—1945 gegen die Nazis gleichgesetzt.

Ein Tsunami in London

Und doch ist diese gelangweilte Routine ein Fortschritt im Vergleich zur Zeit des Beginns der gegenwärtigen Intifada. Schließlich hat sich die Einsicht verbreitet, daß sie eben nicht nur von Arabern im grünen Gürtel geführt wird, die in “ihrer” Region Massenmorde veranstalten, sondern zunehmend von Inhabern westeuropäischer Aufenthaltsgenehmigungen oder Pässen in “unserer” Region.
Ein Fortschritt bedeutet diese Einsicht insofern, als man Zurückhaltung zeigt in einer Praxis, die bis vor kurzem noch gang und gäbe war: Nämlich schnurstracks die Bluttaten umzudeuten in die Schuld nicht der Terroristen, sondern der Heimatländer der Terroropfer bzw. ihrer Regierungen und Israels sowieso. Inzwischen gesteht sich die Öffentlichkeit immerhin ein, daß man nicht mehr so genau Bescheid wisse, wer warum in Madrid, London, Amsterdam, Paris etc. sich zum Bürgerkrieg rüstet.
Nichts ändert sich allerdings daran, daß niemand Bescheid wissen möchte — man ist gewillt, diesen Terror gewähren zu lassen, ihn wie eine gesellschaftliche Naturkatastrophe zu behandeln, ihn zu bedauern und allenfalls dunkel über die Ursachen zu munkeln (Israel?, die Irakbesatzung?, die sogenannte Klimakatastrophe?, die globale Sinnkrise?, spirituelle Defizite?). Darüber hinaus wird unverdrossen die Sinnlosigkeit jedes menschlichen Strebens derlei abzuhelfen behauptet: Man wisse nicht, was die Täter eigentlich umtreibe, also könne man auch keine Gegenmaßnahmen ergreifen. Das Anti-Panik-Lob für England ist die kaum verhüllte Aufforderung an Regierung und Bevölkerung um Himmels willen untätig zu bleiben, eine alteuropäische Aufforderung, die sich Großbritannien hoffentlich nicht zu eigen machen wird.

Antiislamismus als Gebot des Antifaschismus

Die Redaktion Bahamas wird sich deshalb nicht an der Gedenkroutine beteiligen und auch keine Fakten herunterrasseln, die längst bekannt sind. In der ersten Zeit nach 9/11ff. war noch viel zu wenig bekannt und dokumentiert, was die Anhänger des Islam gegen den Westen so aufhetzt, und auch nicht, wie verbreitet diese Haltung in der islamischen community von nebenan ist. Man mußte aufklären, die Parallele zum Nationalsozialismus — historisch, programmatisch, motivatonal — ziehen, um aufzurütteln, wenigstens zu skandalisieren. Das ist immerhin soweit gelungen, daß sich selbst die G8-Protestierer von Glenneagles am 7.7. klammheimlich verpieselten, als sich ihre Hätschelkinder erneut als Amokmörder erwiesen haben.
Alle Aufklärung darüber ist geleistet. Jeder könnte wissen, daß er die Aussagen der Vorkämpfer des Islam nicht metaphorisch nehmen darf, denn — auch dies eine Parallele zu den Nazis — sie sagen, was sie meinen und umgekehrt: Von Spiritualität ist in beiden Fällen keine Spur — die “nordische Moral” wie die des Islam kreist um das Naturvorrecht des Starken und die Ausmerzung des Widernatürlichen bzw. Ungläubigen. Punkt.
Der radikale Antiimperialismus, der es immer noch mit Gotteskriegern hält, ist somit (nicht zuletzt wegen entsprechender antideutscher Kritik) desavouiert und fristet in der Schmuddelecke vorläufig ein eher kümmerliches Dasein. Der von Antideutschen geforderte Antiislamismus dagegen, eigentlich das Selbstverständlichste für jedermann, dem Frauenrechte und Gewalthemmung irgendwas bedeuten, bleibt weiterhin tabu. Man weiß längst, aber wagt nicht, es auszusprechen, weil es einem antiislamische Konsequenzen abnötigen würde: Daß die gegen die USA, Israel, Großbritannien wütenden Gottsucher nicht die um Freiheit kämpfenden Verdammten der Erde, sondern vielmehr ganz offenkundig gegen die Freiheit kämpfende Verdammer des Lebens sind.
Wer das nicht sehen will, ob nun als “Linker”, Alternativer, Humanist oder dialogbereiter Christ, dem helfen auch keine Aufrufe weiter; das sind auch die Grenzen der notwendigen aber gegenüber Ideologen wirkungslosen Skandalisierung. Gerade diese niederschmetternde Resistenz gegenüber der empirischen Realität einer nunmehr garantiert global geführten Intifada, deren Anhänger allein in Westeuropa in Zigtausenden zu zählen sind, ist der Anknüpfungspunkt jeder Kritik der es um die Zerschlagung der islamischen Bedrohung zu tun ist. Es stellen sich ein paar entscheidende Fragen:
Wer soll hierzulande und darüber hinaus in ganz Westeuropa noch etwas gegen den Islam verteidigen? Worin besteht die unfaßbare Gleichgültigkeit gegen den neuen, grünen Nazismus? Warum haben ausgerechnet die Freiheitskämpfer der gesellschaftlichen Enttabuierung 1968ff. so viel übrig für die wohl reaktionärste Bewegung seit 1945?
Notwendig ist zunächst, daß Kritiker es aushalten, mit dem hoffentlich unbegründeten Vorwurf, Royalist oder Liberaler zu sein, belegt zu werden, wenn sie das Allerselbstverständlichste fordern: Die gesellschaftliche Repression des Islam als “Gegenkultur”, rückhaltlose Aufklärung darüber, was es mit den “Kulturen” überhaupt auf sich hat, selbstverständliche Durchsetzung der Freiheit.

Vortrag und Diskussion
Mit Justus Wertmüller und Uli Krug
Donnerstag, 28. Juli 2005, 19 Uhr
Max & Moritz, Oranienstraße 162, 10999 Berlin

Ach, sie sind so einfühlsam, …

July 17, 2005

… die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter (es waren der Anzahl und des Genus Zwei) des hiesigen Repressionsapparates.

Bekomme ich doch vorgestern einen Brief der Staatsanwaltschaft X, der mich — einer doch zu leicht sich aus seinem kaum bis gar nicht vorhandenen Lebenskonzept (HP-System-Sprech) bringenlassenden Person — alsbald ich ihn — die Hand schon Richtung Moskowskaya ausstreckend — öffnete, doch belustigte.
Nicht nur, daß ich einen “schwarze[n] Eddingstift” zurückbekomme (eine doch sehr angenehme Nachricht), nein, die Staatsanwaltschaft X geht auch davon aus, daß, wenn ich ihn nicht “binnen eines Monats” abhole, dieser “der Vernichtung oder anderweitigen Verwertung” zugeführt werden kann.

Dabei kamen mir zwei Fragen in den Sinn:
1. Lohnen sich denn die Reisekosten in die Stadt X für einen “Eddingstift”?
und
2. Ist denn die Stadt X so arm dran, daß diese sich einen “Eddingstift” mittels eines gehaltsarmen Studenten beschaffen muß?

PS: Der Moskowskaya wurde ja trotzdem noch alle …

Self Defense

July 7, 2005

jpfo

Serving White’s and Vokü only

July 4, 2005

Nun ist es zwar erstmal löblich, daß Leute auf die rassistischen Zustände, wie sie im Café “An einem Sonntag im August …” anscheinend herrschen, aufmerksam machen und versuchen dagegen aktiv zuwerden.

Wenn dieselben Leute dann allerdings in ihrem Flyer zu einer Demo aufrufen, in der neben der Reichung von Volksessen auch noch Percussions (weil man als Multikulti-Linker ja weiß, daß das Trommeln autochtones afrikanisches Brauchtum darstellt) dargeboten werden, dann frühstücke ich an jenem Sonntag doch lieber im privaten Rahmen und frage mich (zum x-ten mal), wieso es für die deutsche Linke verdammt nochmal so schwer zu sein scheint, Menschen als je einzelne (entindividualisierte) Subjekte zu sehen und nicht sich als die radikale Avantgarde der deutschen Volksgemeinschaft zu präsentieren, der das Individuum nichts, die Völker und ihre Kulturen dafür aber alles sind.