Liebe ist …

February 6, 2006

… wenn er 3 Stunden hin (gestern Abend) und 3 Stunden zurück (heute Vormittag) mit der Bahn fährt, um mich überraschend zu besuchen.

hach … *dahinschmelz* smile

November 5, 2005

Es war vor so ungefähr vor 10 Jahren. Wir gingen spazieren. Eines dieser Familientreffen, an denen fast die gesamte Familie teilnimmt. Ostern vielleicht, oder ein Geburtstag. Ich weiß es nicht mehr. Der obligatorische Spaziergang durchs Dorf.
Wir kamen am Grundstück einer “alteingessenen” Familie vorbei. Darauf, abgesperrt durch einen hohen Zaun, ein Gedenkstein. Gewidmet war bzw. ist er den Familienvorfahren und deren Ländereien, die nach 1945 durch die DDR enteignet und in Volkseigentum überführt woren waren. Mein Opa sagte zu mir, daß er als Junge für diesen Bauern (ein Großgrundbesitzer, wie mein Opa es so schön klassisch formulierte) arbeiten mußte. Daß er kaum was verdient hat, manchmal nur ne Stulle am Tag bekam. Daß er sich freute, als die Familie enteignet wurde. Und daß er sich ärgert, daß heute, da die Familie das Ackerland wieder ihr eigen nennt, diese Familie die “Ungerechtigkeit” anklagt und mittels des besagten Gedenksteines diese meint anprangern zu müssen.
“Wie wäre es denn mit ein wenig Farbe auf dem Ding?”, meinte ich zu ihm, mehr im Scherz als wirklich ernstgemeint. “Das würde denen ganz recht geschehen”, erwiderte er. Nicht minder belustigt. Aber auch nicht ohne Ärger in seinen Worten.
Der Spaziergang ging weiter, so wie es noch viele weitere danach geben sollte. Einen Farbbeutelwurf aber gab es nie. Und bis heute hatte ich auch nie wieder an diese Geschichte gedacht. Bis heute. Heute ist mein Opa gestorben. Ich werde ihn vermissen.

reality revisited

September 8, 2005

Zwei Wochen Urlaub waren einfach nicht genug. Sie können es — angesichts bestehender Realitäten — auch gar nicht sein. Nun muß ich mich dennoch damit abfinden, wieder in der deutschen Realität angekommen zu sein, und tat in den letzten Tagen deshalb alles, um mich so lange wie möglich selbiger zu entziehen:
ca. 5000 mp3-ID3-tags aktualisieren (andauernd …), stundenlang in der Sonne liegen und allesmögliche lesen — nur nicht studienrelevante Sachen, kinematographische Meisterwerke gucken (e.g.: Witness for the Prosecution).

Was mich dann heute doch wieder in die Wirklichkeit zurückwirft, ist folgende Veranstaltungsankündigung, die sich mit der Kritik der Verfilmung des ganz und gar nicht paradisischen palästinensischen Suizidkollektivs und seinen europäischen Apologeten beschäftigt:

»PARADISE NOW«

Das Selbstopfer als Erlösung: Zur modernen Dramaturgie des Judenmordes
Vortrag und Diskussion
Berlin, 8. September 2005, 19:30 Uhr, Hackesche Höfe, Kleiner Festsaal

Tobias Ebbrecht (Filmwissenschaftler an der Filmhochschule Potsdam)
Ralf Schroeder (Mitherausgeber von TYPOSKRIPT.NET)

* * *

[ PARADISE NOW ] Am 29. September 2005 startet »Paradise Now« in den deutschen Kinos. Auf den diesjährigen Internationalen Filmfestspielen in Berlin wurde der Film des israelisch-arabischen Regisseurs Hany Abu-Assad gleich dreifach ausgezeichnet. Er erhielt den Preis für den besten europäischen Film, den Publikumspreis sowie den Amnesty International-Filmpreis. Die Prämierungen gelten Unfaßlichem: Dieser Film inszeniert Judenmord und Selbstopfer ohne jede Allegorisierung; sein Antisemitismus verbirgt sich nur schlecht hinter einem opportun erscheinenden Antizionismus.

Am Ende des Streifens sprengt sich ein palästinensischer Selbstmordattentäter in einem israelischen Bus in die Luft. Seine jüdischen Opfer bleiben unsichtbar, die Tat erscheint als verzweifelter Widerstand gegen einen übermächtigen Feind. Dem kunstsinnigen Publikum wird Verständnis und Einfühlung ermöglicht: Erst zünden anti-israelische Monologe wie Sprengsätze, dann kommt es zum Suicide Attack als moralisch legitimiertem Erlösungsakt. Stehende Ovationen für den in Szene gesetzten Judenmord beendeten die Berlinale-Aufführung. Die Kulturstaatsministerin Christina Weiss, die den deutschen Verleih des Filmes fördert, konnte sich zufrieden zeigen. Inzwischen besorgt Deutschlands Schicksalsexperte Bernd Eichinger mit seiner Firma »Constantin-Film« den Vertrieb des Judenmörderdramas.

[ DIE CINEASTISCHE SUCHE NACH ERLÖSUNG ] Der Filmwissenschaftler Tobias Ebbrecht (Filmhochschule Potsdam) erörtert in seinem Vortrag, warum nicht nur wegen des europaweiten Erfolges von Eichingers »Der Untergang« dieses kulturpolitische Engagement folgerichtig erscheint. Die eingeübte Täter-Opfer-Verkehrung wird distanzlos als pseudodokumentarisches Fernsehspiel inszeniert. Das mythologische Motiv konstruiert die deutsch-palästinensische Koprojektion: Wo Schicksal herrscht, ist jeder fraglos Opfer des sich ereignenden Dramas, jede individuelle Entscheidung wird zum bloßen Nachvollzug des Schicksals. Das Selbstopfer wird dabei zur Befreiung, der behauptete Kampf »gegen Krieg und Gewaltherrschaft« wendet sich schließlich als »Moral War« gegen Israel.

[ VOM MYTHOS DES SELBSTOPFERS ] Der Publizist Ralf Schroeder (TYPOSKRIPT.NET) geht der Frage nach, warum sich gerade der Kunstsinn so nah der Barbarei verorten kann. Im Rekurs auf »Der Fliegende Holländer« wird dem Mythos des Selbstopfers und der Todessehnsucht nachgespürt. Was Heinrich Heine gerade zur Satire reichte, wurde von Richard Wagner im Wortsinne todernst genommen. Die nihilistische Tat ist dabei ein fortwährender Topos insbesondere der deutschen Kulturgeschichte, sie ist uns nicht fremd, und wird sie politisch mit Sinn aufgeladen, verspricht der antisemitische Suicide Attack nicht weniger als ein Paradise Now. Der Kulturkampf zwischen Wagner und Heine, zwischen opferwahnsinnigem Mythos, der im Tode die Erlösung wähnt, und der erbitterten Kritik, die doch für die Sinnlichkeit des Lebens streitet, tobt noch immer.

Weite Informationen: redaktion@typoskript.net

Quelle: Die Jüdische

Von der Unmöglichkeit sein eigenes Leben kontrollieren zu können

August 1, 2005

Prolog:

Viel zu oft schon habe ich dieses Blog dazu genutzt, irgendwelche — für die dieses Blog lesende Außenwelt wohl kaum relevanten — Dinge über mein Lebens- und Freizeitverhalten und -erleben zu schreiben. Das war bei der Blog-Eröffnung so nie intendiert, aber mangels Zeit (zu Beginn) und Lust (immernoch) mich mehr als nur bruchstückhaft mit kritischen Interventionen zum politischen und gesellschaftlichen Geschehen in dieser überaus beschissenen — weil eben falsch eingerichteten — Welt zu äußern, ist es halt so gekommen. Punkt.

Und genau deswegen kann ich jetzt, da ich mir meiner eigenen psychischen Labilität zumindest insofern bewußt werde, als daß sie ausreicht, einen Eintrag dazu zu verfassen, auch mit meinem privaten Scheiß fortfahren. Es möge beginnen:

Fragen:

Ich bin verliebt. Nun schön, denkt der geneigte Leser, warum freut er sich dann nicht? Kann er sich nicht einfach freuen? Muß er denn einfach alles kritisieren? Kann er denn nicht einmal — wenigstens in seinem eigenen kleinen privaten Leben — ohne Kritik auskommen? Ohne all das Negative, was einem wie mir das morgentliche, immer wiederkehrende, sich selbst längst zum Ritual erhobene Frühstück namens Coffee & Cigarettes versaut? Vielleicht kann ich es nicht. Vielleicht ist genau das mein Problem. Verkommt all die Negative Kritik zu einer mein eigenes Leben selbst negativ betrachtenden Sichtweise?

Freies Assoziieren:

Fernbeziehung. Sich zu selten sehen. Nicht wissen, was er macht. (Termine.) Besuch seines Ex’. Kommunikation per Internet. (Ich hasse chatten. (Zumindest dann, wenn es nicht nur um “eben mal ficken” geht.)) Es ist unmöglich Emotionalität in die Tastatur zu hauen. Mangelnde Empathie — beiderseits. Das Unvermögen, sein eigenes Leben kontrollieren zu können. Mit auftretenden Problemen nicht zurechtkommen. Ein sich aufgrund dessen abzeichnender Alkoholabusus. (Ob ich lieber kiffen sollte?) Sich fragen, ob es ihn anscheinend weniger als mich belastet, daß wir uns kaum sehen.

Conclusio?

Nee, gibt es nicht. Es gibt nur zwei Sachen, derer ich mir momentan sicher bin:

1. Ich bin verliebt.
2. Der Kommunismus ist ‘ne feine Sache.

Ende.

Las Piranjas weekend #2

June 26, 2005

Liebe Menschen!

Statt Europa beim Hauptstadt-CSD mitzugestalten oder gar dem super toleranten, nur nicht gegenüber Freunden Israels, transgenialen CSD beizuwohnen, Schwuppen-Schubsen in der Provinz, Urlaubsplanung für den Watumba-Beach-Club-Resort und ein 48-stündiger Genußmittelrausch.

Conclusio: Wochenende gut genutzt.

Las Piranjas weekend #1

June 19, 2005

Liebe Menschen!

Angemessen angetrunken angekommen … dort noch mehr mitgebrachtes konsumiert … mal wieder sehr nett geknutscht … und von einem Balkon die Flagge Israels wehen sehen … hach, wat für’n schöner Samstag — auf dem Straßenfest in Schöneberg.

So geht’s mir gut. Und so kann’s gerne weitergehen :grin: